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Soziale Arbeit zu studieren bedeutet einen ganzheitlichen Blick auf Gesellschaft, Sozialraum und Individuum zu richten. Ein Studium der Familienhilfen konzentriert sich ebenfalls auf Gesellschaft und Recht, Sozialraum und Infrastruktur, Individuum und Familie. Am Beispiel eines inzwischen zehnjährigen studentischen Projektes "NFH-Niedrigschwellige Familienhilfe" sollen die Schnittstellen von Lehre, Praxis und Forschung beispielhaft dargestellt werden. Denn praxisnahe Lehre und theorieunterstützte Praxis ergänzen sich langfristig durch Innovation, Motivationssteigerung und gegenseitige Anerkennung.
Das Projekt NFH entstand vor zehn Jahren durch die Anfrage des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes Tiergarten, da die Sozialarbeiterinnen jungen Familien nicht mehr die erkennbar notwendige Unterstützung nach der Geburt eines Kindes geben konnten. Sie suchten in der EHB (vormals EFB) nach engagierten Studierenden, die niedrigschwellige Hilfen bieten wollten. Gemeinsam mit den Sozialarbeiterinnen wurde ein Konzept entwickelt, das die Wünsche der Praxis, die Anforderungen einer Hochschule sowie die Bedingungen von Studierenden integrierte. Seitdem arbeiteten bisher 120 Studierende jeweils mit 100 Stunden in 135 Familien. Sie werden von Sozialarbeiterinnen bei inzwischen fünf Kooperationspartnern in vier Berliner Bezirken eingesetzt und fachlich begleitet, erhalten im dreisemestrigen Seminar das grundlegende theoretische Wissen und die notwendigen Handlungskompetenzen und unterstützen das Projekt durch innovative Gruppenarbeiten, wie das Organisieren einer Fachtagung, den Aufbau eines Spielverleihs oder das Erstellen von Broschüren für einen Sozialraum.
Einen Abschluss des Einsatzes der Studierenden stellt nicht selten eine Diplomarbeit mit einem empirischen Teil dar, wobei die Evaluation des geleisteten Familieneinsatzes zentral ist. Inzwischen liegen sieben Diplomarbeiten vor, die Ausschluss über die Wirksamkeit eines derart niedrigschwelligen Angebots geben und die Praxis überzeugen, dass dieser Weg neben dem hochprofessionellen Zugang zu Familien eine sinnvolle Ergänzung darstellt. Diverse Konzepte in der Familienhilfelandschaft zeugen von der Inspiration auch durch dieses studentische Projekt.